Der zweite Bootstag.
Ich bin wieder muede. Nicht nur, dass wir alle etwas laenger dem heimischen Reisschnaps zugesprochen haben, auch so war ich die Nacht ueber sehr beschaeftigt. Es galt dem oertlichem Federvieh, den Hunden und dem Generator Gehoer zu schenken. Na ja, wenn man schon mal da ist ….
Der Morgendunst und das gestrige Grau des Tages weichen heute recht schnell der Sonne. Es wird ein schoener, meist ruhiger Tag.
Zwischendurch mal noch eine Dorfbesetzungsichtigung – nach dem ersten Blick mag ich nicht mehr durch die Vorgaerten anderer Leute stapfen und setz mich einige Meter vom Boot entfernt an den Mekong. Eigentlich kaum zu glauben – ich sitze am Mekong ! Nicht am Rhein oder an der Elbe – nein, am Mekong ! Ein geiles Gefuehl, so weit weg, mit meinen Gedanken alleine, der Fluss rauscht ein wenig, neben mir wird das Mittagessen auf dem Boot bereitet, es riecht nach Ingwer und Chili, vor mir fliesst der Fluss, hinter mir verkaufen geschaeftstuechtige Kinder und junge Frauen den Massen jede Menge Stoffe, tote Nagetiere und aehnliches :-) – noch ein paar Minuten oder Stunden, bitte …
Nach dem Mittagessen auf dem Boot beginnt sich die Landschaft zu veraendern. Es wird huegeliger, zerklueffteter und noch gruener. Wir machen eine Sonnenbankpause auf einer Sandbank, wir haben heute wieder viel Zeit. Durch die Stroemung sind wir schneller als erwartet und wir wollen erst gegen Dunkelheit in Luang Prabang ankommen. Am spaeten Nachmittag steigen wir vom Boot aus zu den Hoehlen von Pak Ou hoch und fotografieren jede Menge Buddhas. Hoehlen sind in Laos alle heilige Orte und jeweils voller Statuen, teilweise uralt. Jedoch wird hier hoellisch aufgepasst, dass nichts wegkommt. Ein Mitbringsel dieser Sorte empfiehlt sich keinesfalls. Wer moechte schon in einem laotischem Knast sitzen !?
Mit dem Dunkelwerden legen wir am Ufer des Mekong in Luang Prabang an. Wir checken unser Gepaeck, steigen in Tuc Tuc’s und fahren zum Hotel. Schon auf der Fahrt spuere ich, das gerade ein wenig Kathmandu der Rang abgelaufen wird ! Keine Haeuser hoeher als drei Stockwerke, meist noch im franzoesischem Stile gebaut, ueberall bunte Lichter, Nachtmaerkte, ein reges Treiben und ueberhaupt nicht so laut wie asiatische Staedte sonst so sind. Ich hab nur noch “schoen” im Kopf.
Dann kommt der Reisser !!
Unser supergutes Hotel (!) hat ein Internetcafe. Nichts besonders ansich, staenden da nicht drei iMacs !!
Mitten in Laos – ich gerate in Verzueckung :-) (Und so sind die Berichte aus Luang Prabang “writen on a Mac” !)
Zum Dinner werden wir in ein Laotisches Restaurant am Mekong gefuehrt. Ich kann die Genuessen incl. des Stromausfalls mit anschliessendem Kerzenscheinnachtisch gar unmoeglich wiedergeben.
Geneigter Daheimgebliebener, Du bedauernswerter Mensch, ich schweige lieber und geniesse !
Zum Schluss noch ein Gang ueber den Nachtmarkt Richtung Heimat, der nicht einsame Beschluss auf noch einige Bier und wieder wird es eine kuerzere Nacht werden – diesmal selbstverschuldet :-)
Aber, alles ist gut !