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Heute vor 31 Jahren – im heimischen Yachthafen ….
Na Sie wissen schon :-)
Wanderer, kommst Du einmal ins Spiegeltal, gelegen im tiefen dunklem Walde bei Clausthal Zellerfeld so kehre nach vollendeter Tageslast in der Untermühle ein …..
… und labe Dich an mindestens (!) einigen Weizenbieren, der wirklich guten Küche und dem ausgesprochen netten Ambiente der Untermühle :-)
Nach 10 Jahren (in Worten zehn !) haben der Herr S. und ich am Wochenende den Weg wieder dorthin gefunden. War ja auch ganz simpel – einfach aufs Moped und ab :-) Die fast 40 Grad Lufttemperatur übersehen wir jetzt einfach mal, die Mohairziegen die mir den Schlaf raubten in der ersten Nacht auch, von den Mückenstichen red ich erst gar nicht ! Denn es war ein herrliches Wochende mit gut 1000 km Mopedfahren, all den im zweiten Absatz erwähnten Freuden, netten Gästen die, wie wir, nach der “Demonstration der Macht” im WM Spiel gegen Argentinien den selben Spass hatten, einer schönen Tour durch den Harz, ernsten Momenten an der Gedenkstätte des KZ´s Langenstein-Zwieberge, und der Erkenntnis, dass eine R 1200 GS und eine Harley durchaus fahrtechnisch zusammenpassen können. Die Fahrer in diesem speziellen Falle sowieso :-)
Und wenn ich dann noch erkennen kann, dass sich fast nix verändert hat, nicht in der Untermühle, nicht in dem Umgang untereinander, ausser das der Herr S. ein wenig älter geworden ist und dem wenigen Bierkonsume nicht mehr so gewachsen ist – dann, ja dann bin ich mir sicher …
… auf ein nächstes Mal :-) !!
Lieber Leser – und wo waren Sie denn heute vor 20 Jahren ?
Wie haben Sie denn den Fall der Mauer erlebt oder wo und wann haben Sie es denn erfahren ?
Peinlichst berührt muss ich gestehen – ich war zu Hause ! Nicht in Berlin, nicht sonstwo auf der Welt. Kein Jubel umgab mich, kein Händeschütteln oder gar auf die Schulter geklopfe. Nichts !
Ich hab es schlicht und ergreifend verpennt. Den Mauerfall, Schabowskis Zettel samt Pressekonferenz, die Jubelgesänge im Bundestag, die nächtlichen Reportagen – alles. Denn vor 20 Jahren, da hatte ich wohl Radio, ja auch ein Fernseher stand zur Verfügung. Ich aber zog es damals vor ein Buch zu lesen und mich dem Genuss meiner zahlreichen LP´s hinzugeben. Und da mich keiner, auch der “alte Herr” nicht, anrief um mich mal auf Trab zu bringen, hat´s mich dann morgens um 06.00 Uhr am 10.11. kalt beim Austehen erwischt !
Nun stellen Sie sich mal vor Sie werden schon beim Wachwerden so vor solch weitreichende Tasachen gestellt. Und genau, mein erster Gedanke war, man möge es mir verzeihen, “Oh Sch…., das wird (West)Deutschlands Ruin,der kapitalistische Sieg des Sozialismus”.
Ich muss aber auch gestehen, dass mir im Laufe des Tages, nach fröhlich aufgeregten Telefonaten mit Familienmitgliedern und dem Bewußtsein, nun mit dem Moped den Onkel “drüben” besuchen zu können schon das Wasser in den Augen stand. Dieser Onkel war als Rentner nämlich viele viele Jahre zuvor mal in Wesel, ich war da wohl knapp 14 Jahre alt. Und im jugendlichen Überschwang hab ich damals, ich erinner mich immer noch genau, auf ein großes Moped gezeigt und verlauten lassen, dass ich, sobald ich denn könne Ihn mit so einem Geschoss besuchen würde. Und dieser Onkel, den ich in den folgenden Jahren sehr schätzen und lieben lernte, der erinnerte sich doch all die Jahre später noch daran.
Ich war mit meinen BMW´s oft, ganz oft drüben. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte :-)
So – und für die, die es interessiert und die auch mal Bilder dieser fantastischen Veranstaltung sehen möchten, bitte sehr hier
Eigentlich beginnt mein erstes UZ schon am Freitagabend, dem Anreiseabend fuer die Camper. Ich war neugierig, wollte mich mal umschauen, ein Sueppchen loeffeln, ein Schwaetzchen halten und die ersten Informationen bekommen. Also ab auf die Harley und nach einigem Suchen hab ich es dann auch gefunden :-)
Da stand schon ein Grueppchen Trike- und Gespannfahrer zusammen als ich ankam, Zelte waren aufgebaut, die Grosszelte fuer die Veranstaltung standen und ich hab mich dann mal dazugestellt, mich vorgestellt und um grobes “Einnorden” gebeten.
“Gut, Du bist ja hier”, die ganze Antwort !
Ah ja, damit kann ich leben und wenn’s mehr nicht ist … War es dann auch nicht, also sowas von entspannt und freundlich hab ich selten erlebt.
Am Samstag kam dann der Herr B. aus Bottrop am fruehen morgen angeschuesselt und gemeinsam sind wir dann weiter nach Sonsbike. Am Rathaus standen da schon so 15 – 20 Gespanne und Trikes, wir mittendrin. Und ich denk noch “hmmm da ist nicht viel los” … Wir waren dann hinterher knapp hundert :-) !!
Waehrend des gemeinsamen Fruehstuecks fuellte sich der Platz gewaltig. Unsere Mitfahrer kamen und die Stimmung wurde eine sonnige heitere. Die Aufteilung begann und flugs flatterte an jeder Maschine ein Luftballon der “besetzt” anzeigte.
Bei mir fuhr die Frau W. mit, Ihre Kinder waren bei W. und dem Herrn B. hinten drauf und Tochter Julia sass gespannt im Beiwagen eines Gespanns und harrte froehlich der nun kommenden Dinge. Dieser Gespannfahrer kommt uebrigens jedes Jahr aus der Frankfurter Gegend um sie an diesem Tag mitzunehmen. Wie ueberhaupt viele von nah, aber viele auch von fern kamen.
Aber noch mehr fiel mir auf, z.B. der junge Mann, der auch auf mich zustuermte, und der mich froehlich beim verschraenken unserer Haende fragte “Alles fit ?”. Oder die Beifahrerin auf dem Gespann, die 85 km lang leicht krumm sass um einen Arm um das Kind im Boot zu legen. Oder die lustigen Gespraeche und das Lachen in der Fahrpause. Oder oder oder …
Auch die Strecke war wunderbar ausgesucht. Nur kleine Strassen, drei Polizisten sicherten aber auch jede Kreuzung ab und nebenbei hab ich noch Gegenden gesehen, die mir als Niederrheiner bis dato vollkommen unbekannt waren.
Der Höhepunkt, der krönende Abschluss aber war dann zum Ende der Tour das zweimalige Umkurven zweier nicht so ganz weit auseinanderliegender Kreisverkehre in Sonsbike. So hatte jeder das Vergnügen, dreimal aneinander vorbeizufahren, ganz ganz langsam, unter unbeschreiblichen Winken, Hupen, Gerufe und Lachen ! Herrlich ! Und wenn auch schon zwei Tage her so bekomm ich beim Schreiben immer noch eine Gänsehaut. Und ein Lächeln auf den Lippen. Und leicht feuchte Augen :-)
Der Tag klang dann bei einer gemeinsamen Grillung aus, ein buntes Völkchen auf einem schönen Platz bei guter Musik ( der DJ spielte sogar Stücke von Jane – kennt die überhaupt noch einer :-) ? ) und der Herr B. und ich haben sofort beschlossen
Nächstes Jahr wieder, dann mit Zelt das ganze Wochenende !!
Und Danke liebes Zuendkerzenteam !
Ihr wart fantastisch !!



