Kathmandu – die letzten Tage

Happy Diwali !

Ich bin genau zur richtigen Zeit hier, alles in Kathmandu ist geschmueckt, bunte Lichter, Kerzen und Mandalas ueberall, Diwali ist ein schoenes Fest.

Und eine weitere Buddhatour  – aber immer gerne genommen und auch gezeigt :-)

Ich habe einen richtig schoenen ersten Tag in Kathmandu mit Frau S. und Herrn D. ! Gemeinsam gehen wir auch in Bodnath shoppen, und obwohl ich ja „bloss nicht wieder mit einem Thanka nach Hause kommen soll“ kann ich es nicht lassen. Dieses eine, wunderschoene Kalacakra – Mandala als Thanka ist nach diesem Tage dann doch meines :-) Den ebenso schoenen und auch sehr leckeren Abend verbringen wir im Dechenling, dem Restaurant am …

Hier treffe ich auch den DAV Vertreter,Dr. Sashi M., der hier nahezu jeden Abend umherschwebt um mit stets denselben Saetzen (ich kann´s mittlerweile schon singen) die DAV Gruppen verabschiedet. Jetzt hat er aber noch etwas Zeit und fragt mich wie es denn wohl war. Haette er besser nicht getan – nach meiner recht sarkastischen Beschreibung der Umstaende bringt er auch nur noch kopfschuettelnd was von „ueberdenken der Tourismuspolitik“ raus. Was mir wieder zeigt, dass man in den einzelnen Agenturen gar nicht weiss was sich im Hinterland wirklich abspielt oder es schlicht ignoriert.

Die naechsten Tage gestalten sich aehnlich, schlafen, essen – trinken, shoppen, schlafen …. Auch am naechsten Abend gehe ich ins Dechenling – und wen treff ich ? Herrn D. mit seiner Frau S. :-) Na wenn man einmal weiss wo´s wirklich gut ist …

Am letzten Tag hab ich bis 17.00 Uhr Zeit und ich verbringe knapp zwei Stunden meines Lebens damit fuer das schwarzhaarige Maedchen gruene Kissenhuellen (aber bestickte !) zu suchen. Leider ist die Farbe der Saison eher braun, zu schade aber auch ;-) Zur verabredeten Zeit ist der Bus von Intrek da, kurz darauf bin ich am Flughafen und spaeter dann gibt es dann meine kleine Abschiedszeremonie von Nepal.

Ach ja, der Abschied faellt jedesmal wirklich schwer, auch diesmal, obwohl mein „Traum“ einige unschoene Risse bekommen hat – aber in zwei Jahren so mein Karma will, in zwei Jahren bin ich wieder hier.

Nur noch zwei Jahre ….

Namaste

Pothana – Sarankoth

Auch heute geht es frueh los, nach zwei Stunden dann die erste Strasse :-(

Kaum einer, der das nicht mal selber erlebt hat, kann sich vorstellen welch uebele Gefuehle diese erste Begegnung mit der „Zivilsation“ bei mir ausloest. 11 Tage der Ruhe und eigenen inneren Stille werden jaeh vom Gehupe irgendwelcher Wahnsinnigen zerstoert – meine geliebten Berge, Natur und Menschen, das alles weicht ploetzlich dem alltaeglichen Wahnsinn. Selbst die vier Pfoten, welche mich durch den ganzen Morgen treu, nie von meiner Seite weichend, begleiteten drehen um und verschwinden den Weg zurueck. Auch in mir schreit alles „Umkehr“, wir gehen aber weiter.

Der Weg, nur kurz an der Strasse lang, biegt dann auf einen Hoehenzug oberhalb Pokharas ab. Meine Stimmung in Geschwindigkeit muenzend geb ich mir mit einer weit vorgehenden, sehr lauten spanischen Gruppe ein kleines Rennen und ueberhol diese dann auch recht fix. Man grinst nur noch. Nachdem wir diese hinter uns haben und wieder Ruhe einkehrt entschaedigt dieser alte Trekkingweg fuer vieles heute. Unter uns der Fewasee, dahinter die naechsten Hoehenzuege, ab und an links der Machapuchre, meine Laune bessert sich erstmal erheblich :-)

Mittags gesellt sich die spanische Truppe laut singend zu uns in die Lodge, die beiden hysterischen englischen Ladies (it’s sooooo amazing, really !!!) machen es auch nicht gerade besser. Nur das junge nepalesiche Paar, was ziemlich verliebt hinter dem Pfeiler sitzt und ganz vorsichtig Zaertlichkeiten und Neckereien austauscht und die Welt ringsum gerade zu vergessen scheint laesst mich wieder laecheln.

Am Abend gibt es dann unser Abschiedsessen, dieser Tag ist nicht wirklich meiner. Dafuer bekomme ich ein Dhaal Bhat serviert, ein Dhaal Bhat, meine Lieben das seinesgleichen sucht ! Da hat Man Kaji aber in der Kueche so was von Dampf gemacht :-) Ich verteile kleine Geschenke, halt eine kleine Rede mit nepalesichem Ende, entlohne „our Traeger“ und verteile auch das Trinkgeld. Landestypisch verschwinden beide mal kurz vom Tisch vor dem Essen um mal eben nachzuzaehlen :-) War wohl o.k., Man Kaji kommt umgehend mit drei Rakhsi und zwei Flaschen Bier zurueck, die gehen dann auf seine Rechnung.

Der Abend wird dann, wenn auch ein wenig wehmuetig fuer mich, noch sehr schoen ! Eine Kindergruppe singt und tanzt zu irgendeinem Festival noch ein wenig (natuerlich gege „Spende“), die ganze Lodge singt noch ein froehliches „Resham Piriri“, die englischen Laidies muesschen mittanzen und ich hab ordentlich einen im Kopf :-) Puh !

Chomrong

Dei erste und gute Nachricht des noch sehr fruehen Tages – der Traeger hat es ueberlebt und ist wieder bewegungsfaehig und ansprechbar !! Sehr gut ! :-)

Der „Medizinmann“ vor Ort in der „Medizinbaracke“ hat das einzige getan was er gerade noch konnte, er hat dem Mann ein Gluckose Infusion verpasst. Zusammen mit den aufgeloesten Antibiotika des Herrn D. ist es gerade noch gut gegangen. Es war aber wohl verdammt knapp. Ich kenn mich jetzt nicht so aus, aber der Herr D. murmelte etwas von keinen Pupillenreaktionen mehr usw. – hoert sich nicht so toll an …

Naehere Recherchen in den naechsten Tagen, es haben ja wirklich genug Leute mitbekommen, bringen folgenden Sachverhalt ans Tageslicht:
Der Mann gehoerte einer Expiditionsmannschaft der Agency „Mountain Trouble“ (Name=Programm) an. Oben im Annapurna Basecamp hat er sich erstmal aufgrund eines wundgescheuerten Rueckens eine Infektion gefangen. Nebenbei war der arme Kerl geschlagen mit Ueberanstrengung, Dehydrierung und Symptomen der Hoehenkrankheit. Kurzum alles bei 4100 m lebensbedrohlich ! Was machen diese A …. ?
Schicken den Mann ALLEINE weg, weil nicht mehr einzusetzen ! Bis ins Machapuchre Basecamp hat er es noch geschafft, dort ist er zusammengebrochen und lag bewegungslos und unansprechbar am Boden. Und warm ist es dort auch nicht gerade ! Die uebrigens Umstaende hab ich ja schon beschrieben. Nachdem der Heli dann eine gebrochene Topuistenhand u.ae. abtransportiert hat, nur den armen Mann nicht, haben andere Traeger den in eine Targekiepe gefaltet (!) und wie erwaehnt runtergebracht. Der Rest ist bekannt.

Beim Schreiben alleine kommt mir hier gerade wieder die kalte Kotze hoch. Welches verdammte Ziel ist es wert einen Menschen so zu behandeln ? Ein 8000er nicht, ein bescheuertes Basecamp schon gar nicht ! Wofuer ?

Vormittags fliegt der Heli uebringens schon wieder zum 2. Mal hoch ….

Weiterlesen

Doban – Chomrong

6.30 Uhr ist schon Abmarsch. Obwohl die Nacht fuer mich ganz ertraeglich war.

Herr R. ist auch schon unterwegs, er will jedoch in Sunavi bleiben, uns reichte allen eine Tasse Tee und los geht es. Der Weg verlaeuft ruhig, wir gegen ja entgegegn der Massen :-) Die Sonne scheint, keine Eile mehr – ich fuehl mich wohl. Gegen 11.00 Uhr sind wir in Sunavi, R. ist auch schon da. Sein Traeger nicht ! Der ist mit „our Traeger“ losgegangen, dass machen die beiden schon seit einigen Tagen. Man und ich vermuten dass beide nach Chomrong gegangen sind, dort gibt es sehr guten Rakhsi – ich hab ihn selber probiert. Na ja, auf jeden Fall kriegen wir beide ausser Sichtweite erstmal einen Lachanfall :-) Dabei ist dass u.U. gar nicht lustig, hier ist schon so manchem der Traeger samt Gepaeck abhanden gekommen. Meist ist das Gepaeck dann doch wertvoller als der Verdienst, shit happens. Aus jeden Fall kommt der Herr R. uns irgendwann hinterher gelatscht auf den Spuren seines Traegers. Und richtig – in Chomrong sitzen die beiden gutgelaunt beim erwaehnten Getraenk und haben das feixen geradezu gepachtet :-)

Um 13.00 Uhr sitz ich bereits geduscht beim Bier in der Sonne. Nur dort drueben im Tale, da ziehen gewaltig die Wolken rein, dunkele Wollen und tief, sehr tief. Hmmmm … Und dann fliegt der Rettungs-Heli dort rein, der kommt jetzt noch hoechstens bis Doban, so tief und dicht stehen die Wolken dort drueben …

Ich sitze aber erstmal in der Sonne, R. kommt auf ein Bier rueber und gemeinsam mit der Frau S. und dem Herrn D. aus unserem Laendle schwaetzen wir so daher. Spaeter erzaehlen die beiden mir dann sehr gluecklich, dass der Herr D. seiner Frau R. oben am Tilichio See auf der Annapurna Runde doch glatt einen Heiratsantrag gemacht hat ! Und das deren Guide sie dann in sein Dorf mitgenommen hat, die Damen des Ortes flugs ein Hochzeitskleid schneiderten und das ganze kleine Dorf dann beiden eine etwas gekuerzte hinduistische Trauzeremonie angedeihen hat lassen :-) Wie schoen romantisch :-) Seufz …

Der so begonnene Abend endet dann aber leider sehr unromantisch. Waehrend unseres Essens kommt beider Guide ziemlich ernst zu uns und bittet den Herrn D. – seines Zeichens Mediziner – dringend sich doch bitte einen Traeger, der bewegungslos in der Medizinbaracke von Chomrong liegt, anzuschauen. Dieser sei von anderen Traegern in einer Tragekiepe (!) vom MBC in einer Gewaltaktion runtergetragen worden, nachdem der Rettungs-Heli, der bereits heute drei Mal (!) oben war, sich weigerte den Mann mitzunehmen ! Frau S., medizinisch auch studiert, will direkt mitkommen, der Herr D. mag aber erstmal alleine gehen. Nach gut einer dreiviertelstunde wird die junge Frau aber langsam nervoes, dass dauert Ihr alles entschieden zu lange … Ich werde gebeten fuer den Fall der Faelle evt. unseren Traeger, Guide und auch mich samt Certec – Bag zur Verfuegung zu stellen. Und weg ist Sie.

Und ich bleibe lange wach, hoere aber nichts mehr an diesem Abend und in dieser Nacht. Trotzdem ich nichts mehr hoere schwant mir uebeles und wie ich gestrickt bin, steigt schon mal langsam eine unendliche Wut in mir hoch ! Klar, so einen Traeger mitzunehmen kostet ja Geld und die medizinische Behandlung auch. Und das ist der wohl keinem Wert gewesen. Es ist unfassbar ! Ich ueberlege mir jetzt mal in Ruhe was denn passiert wenn gleich wirklich meine / unser Hilfe notwendig wird. Wie werde oder muss ich den entscheiden wenn der Heli gebraucht wird. Wer bezahlt das dann. Immerhin, Intrek (meine Agency) hat vier eigene Helis die Man Kaji rufen koennte. Und mir wird sehr schnell klar wer diese Zeche zahlen wird. Na gut, dann wartet die Harley halt noch drei vier Monate. Ich bin mit mir voellig im reinen – ich kann aus dieser Geschichte jetzt nicht mehr raus – ich will auch gar nicht. Zu viele scheinen heute schon weggeschaut zu haben, irgendwie bin ich nicht nur stocksauer sondern auch traurig ueber so viel Desinteresse …

Chomrong – Doban

Wieder frueh raus, „our Traeger“ hechtet vor um uns einen Schlafplatz zu sichern !

Wir folgen langsam, es geht teilweise ekelhaft bergauf und auch wieder runter. Gegen Mittag gibt es hinter Sunavi schon erste Engpaesse mit vollkommen entnervten und erschoepften Trekkern die uns entgegenkommen ! Teilweise kommen die schon vom Machapuchre Basecamp, sind gegen 04.00 Uhr aufgebrochen und muessen noch weiter. Uns schwant schreckliches. Als ich kurz vor Doban, Ankunft gegen 15.00 Uhr, fuenf Maedchen treffe, vollkommen fertig, eine weint, hab ich die Schnauze schon ziemlich voll. Und in mir reift gerade ein guter Gedanke, ich nenn es fuer mich den „Koeniglichen Moment“. Keine hoehenmetergeile Gruppe im Nacken, ganz Herr meiner eigenen Entscheidungen, gehe ich nun etwas entspannter die letzten Meter nach Doban hinauf.

Oben erwartet uns ein stiller, besorgter Traeger. Trotz dessen, dass der „Wahnsinnige“ bereits um 11.00 Uhr (!) hier war – Massenlager.

Fuer mich !

Die Bambushuetten bereits voll, da platzt mir der Kragen ! Als erstes erkaempfe ich fuer die beiden eine Bettstatt im Lager – trotz weiblich hollaendischem Protest (!). Als zweites teile ich „meinen beiden“ mit, dass wir morgen umkehren werden. Ein leichtes erleichtertes Laecheln bei „our Traeger“ – klar. Man Kaji ist ganz stille, er gibt sich gerade die Schuld an den unzureichenden Bedingungen. Kann ich spaeter aber ausraeumen – einen Tag spaeter bedankt er sich ganz schuechtern bei mir :-) Ich bin nicht der einzige der so handelt wie sich am naechsten Tage herausstellt. Der Herr R., der mir seit Chitre immer wieder begegnet, hat bereits, vor mir angekommen, den selben Entschluss gefasst, auch Tags drauf sehe ich einige Gestalten die den Weg hochkamen wieder mit runtergehen. Es gab auch Leute die es geschafft haben taeglich einen Schlafplatz zu bekommen ohne in ein Zelt ausweichen zu muessen oder aehnlich. Ich hab solche gespochen. Aber viele hatten das Wort „Glueck“ auf Ihren Lippen ….

Es kommen immer noch Leute, es wird bald dunkel, sie alle werden durchgewunken. Da wird es sogar gelegentlich leicht aggressiv !

Im Grunde genommen war das zu befuerchten, ich hab’s mir nur nicht so vorgestellt. Nachdem das Goverment im Mayargadisistal und in der Kali Gandaki je eine Strasse gebaut hat, die Annapurnarunde also uninteressant gemacht hat, haben viele, zu viele eben, wie ich gedacht und sind auf ins ABC, ohen Strasse eben. Und keiner war auf die Massen die nun seit dem Ende des Buergerkrieges wieder kommen vorbereitet. Und jeder Reiseveranstalter und die Regierung Nepals sieht antuerlich nur Dollars und jagt aber auch jeden hier hoch. Jeden !
(Dazu auch spaeter noch was …)

Am Abend besprechen wir gemeinsam die naechsten Tage und kommen zu folgendem Ergebnis.
Morgen zurueck nach Chomrong, uebermorgen Wasch- und Gammeltag dort, dann Landrung, Pothana und zum kroenenden Schluss die alte kaum mehr begangene Route nach Sarankoth :-) !

Meine Entaeuschung haelt sich ganz gut in Grenzen, jetzt wo die neue Route feststeht. Der Herr E., Herr H. und die Frau B. kennen die Strecke auch – die ist wirklich schoen :-) Und entschaedigt auch ein wenig uebers entgangene Basecamp. Ich waer echt gerne dort gewesen, die Entaeuschung sitz schon wie ein kleiner Stachel und ich gestatte mir auch eine echte „schlechteLaunehalbeStunde“ – aber dann ist’s auch gut. Hilft nix mehr – also laecheln :-)

Und es ist dunkel und von oben kommen immer noch Leute …

Hatte ich eigentlich mal die Toiletten erwaehnt ?

Tadapani – Chomrong

Um den Massen zu entgehen, kurz vor 07.00 Uhr ist Abmarsch.

Ich merk mein linkes Knie.

Auch erreichen uns erste Geschichten ueber unhaltbare Zustaende im ABC. Von Ueberbelegungen in den Lodges, Massenlagern, 15-20 Mann in den Diningrooms wo sie den Leuten noch pro Nase 70 NPR fuer einen kleinen Heizofen abknoepfen, von Notzelten, von den Schlafplaetzen der Tareger und Guides spricht merkwuerdigerweise keiner …

Von den hygienischen Zustaenden erst recht nicht.

Hmmm, Man und ich schauen uns nur an, wir probieren erst erstmal so weit und hoch wie moeglich zu kommen !

Gegen kurz nach Mittag sitz ich schon in der Sonne in der Lodge, schau in das jetzt wolkenverhangene Tal in das wir hochmuessen und mir geht es gut :-)

Der Herr L. hat heute Geburtstag, ich nehm ein Bier – Prost alter Herr :-) !!

Die Haelfte des Urlaubs ist nun um, unfassbar. Hier oben vergeht die leider immer zu knappe Zeit soooo schnell.

Ich lieg vor der Lodge auf einer Wiese. Die Sonne scheint, ueber mir tuermen sich Wolkenberge, direkt vor mir, wenn ich mich aufrichte, nur ganz leicht aufrichte, Annapurna South mit dem Grat zum Hinchuli. Rechts hinten im Tal lugt manchmal Anna III aus den Wolken hervor. Und der Machapuchre. Unter mir im Dorf ist irgendwo eine Schule, froehliches Kindergelaechter dringt zu mir hoch, ueberall zirpen die Grillen. Die Wiese, ringsum von Targetis eingerahmt, fuellt sich langsam, „meine beiden“ legen sich neben mich, andere Trekker, Guides und Traeger tun es uns gleich. Ein ganz leises sehr internationales Gemurmel mischt sich in die Laute ringsum, irgendwie ist es ruhig und andaechtig. Himalaya macht still.

Selbst manchen Ami verschlaegt es hier Gottfriedseidank erstmal die Sprache …

Abends ueberlegen wir gemeinsam die naechsten Tage zu raffen um dem Chaos im Basecamp zu entgehen – es soll dann noch anders kommen :-(

Gorephani – Tadapani

7.00 Uhr Abmarsch zuerst einmal 400 m bergan zum Deoralipass, 3230 m NN. Oben angekommen bietet sich mir ein traumhafter Rundumblick auf Dhaulagiri, Annapurnas Hinchuli und Machapuchre ! Ich frage mich jetzt ernsthaft warum alle immer nur auf den Poonhill hochhechten, hier oben ist es mindestens genauso schoen.

Dann geht es 1300 m bergab – um nach dem Mittag wieder knapp 30 min. steil bergauf zu latschen. Meine Knochen machen sich jetzt aber schon leicht bemerkbar. Da „our Traeger“ mal wieder vorgegangen ist gibt es hier heute auch wieder ein Zimmer (ich komm leider spaeter auf das Thema nochmal zurueck). Denn in Tadapani steppt der Baer. Hier kreuzen sich die Trekkingrouten von und zum ABC, von und nach Gorepani und von und zur Kali Gandaki. Da ist ordentlich was los :-(

Auch bekomm ich jetzt mal mit, was auf den Treks teilweise so wirklich abgeht. In der Gruppe ist man da schon ziemlich abgeschottet (oder wird es), als Alleinreisender kriegt man schon mehr mit. Z.B. dass „our Traeger“ jeden Morgen ohne drei Wasserglaeser Rakshi den Motor erst gar nicht ans laufen bekommt. Oder dass die meisten Traeger auch noch so was wie Betelnuss kauen. Und das Sie viel zu viel Gepaeck schleppen. Gerne genommen von vielen Guides ist, da mit festem Budget ausgestattet dessen Rest dann in die eigene Tasche fliesst (Quittungen gibt es nicht), das Gepaeck fuer fuenf Traeger auf vier aufzuteilen. Und schon einer gespart. Das dann jeder bis zu gut und gerne 50-60 kg (!) da hoch und runterwuchtet ist denen vollkommen egal. Und schlafen muessen die armen Schweine dann immer mindestens ein bis zwei Kategorien unter den Touristen. Die gehen immer vor, immer ! D.h. dann auch mal wenn die zugigen Bambusbruchbuden schon voll sind Steinboden in der Kueche. Ohne Feuer. Auch bei minus was weiss ich nicht wieviel Grad (aber es wird spaeter auch hier noch schlimmer kommen)…..

Noch Fragen ?

Und trotzdem kommt „meiner“ mir auf dem letzten Anstieg entgegen um mir zu helfen wenn’s Not tut !
Es gibt Momente ….

Aber ich brauch keine Hilfe mehr, schoen langsam geht alles :-)

Nachmittag, ich hock draussen, hoere Schiller und schaue versonnen auf die Wolken hinter denen sich mein Berg versteckt. Morgen mein Freund seh ich dich wieder, und die Annapurna III !

Es ist herrlich hier zu sein !

(Trotz der Trekkingautobahn ….)

Poon Hill

04:30 Uhr ist tatsaechlich Abmarsch, dass halbe nicht ganz kleine Dorf ist auf den Beinen. Nach knapp einer Stunde sind wir oben.

Bergheil – 3210 m NN :-)

Erstmal fix 2 Tassen Tee in den Magen, mehr gab es bis jetzt noch nicht. Es sind etliche Wolken am Himmel, na ob das gut geht mit dem Sonnenaufgang ?

Geht es !

Das Schauspiel beginnt und mit einer Mischung aus heiterer Gelassenheit (3. Mal) und wieder ergriffener Fassungslosigkeit ob der einzigartigen Schoenheit betrachte ich den Sonnenaufgang im Himalaya.

Und dann kommt dieser kurze einzigartig magische Moment, wo der Himmel brennt, wo die ersten Feuerzungen die Gipfel erreichen ….

Ich krieg hier nie genug :-)

Nach dem Abstieg verabschieden die Damen und ich uns, unsere Wege trennen sich hier oben. Schade !

Am Vormittag steigen Man, „our Traeger“ und ich nach Chitre runter, auf vertrauten Wegen und nach der Mittagspause in der ebenso vertrauten Lodge wieder hoch :-)

Es geht schon besser als gestern und nach einer kalten Dusche (brrrr …) leg ich mich etwas hin. Die Hunde des Ortes hatten heute nacht wichtige Hundepolitik zu machen – lautstark :-) und so gibt es erste Schlafdefiziete.

Auch der Abend ist wie immer kurz, 19.30 – 20.00 Uhr ist Standardpennengehzeit hier oben.

Tirkedhunga – Gorephani

Nach dem Fruehstueck, mein Gepaeck ist aufgeteilt :-), geht es in der Kuehle des Morgens los.
Die 4 Maedeltruppe treffen wir spaeter auf dem Weg.

Mit Pausen sind wir heute 8 Stunden unterwegs – nur bergauf ueber Stufen ! Ich erinnere mich noch wie wir 2001/2 auf unseren Weg dort herunter die uns entgegenkommenden Trekker veraeppelten, von wegen „froehlichen Weg hoch“ und so – nun kann ich mich ja selbst hochnehmen :-)

Aber der Weg ist soooo schoen, da kann man das auch mal vergessen.

Ueberall Rhododendronwaelder, Reisfelder und der traumhafte Blick auf Annapurna South und Hinchuli ! Gross, maechtig und strahlend weiss ragen die beiden zwischen 2 Huegeln hindurch.

Himmel …..

Oben angekommen versteckt sich der Dhaulagiri leider zwischen Wolken, aber morgen ….

Spaeter am Abend kommt aus Akklimatisationsgruenden die erste von einigen Routenaenderungen. Wir bleiben morgen nach dem Aufstieg um 04.30 Uhr auf den Poon Hill hier und gehen nur nach Chitre runter und wieder hoch. Nur … :-)

19.30 Uhr, ich spring in den Pennsack – ich bin platt.

Pokhara – Tirkedhunga

Um exakt 5:32 Uhr wird die Nacht von meinem Magen ueberfallartig beendet :-(

Mit 2 Tannacomp schlepp ich mich um Tee, ich brauch dringend mehrere Liter Fluessigkeit.

Um 07.00 Uhr geht es mit dem Taxi los, ich bin ob meines Magentraktes ziemlich skeptisch, aber alles geht gut fuer den Rest des Tages. Erstaunlich …

In Birethanti, dem Startort treff ich zur grossen Freude die Frau C. aus dem „Trekkers Inn“ in Kathmandu wieder. Gemeinsam mit Frau I. und deren beiden Traegerinnen (!) werden wir nun 2 Tage gemeinsam den Weg nach Gorephani unter die Fuesse nehmen.

Ach ja, die Sache mit dem Tragen …

Mein Rucksack ist mit 13,5 kg nicht sonderlich ueberequipt, aber mit dem zusaetzlichen Magenstress, es gibt heute nur gekochten Reis mit Salz und noch 2 Tabletten ueber den Tag und Unmengen schwarzem Tee und Cola , macht das hochschleppen heute nicht gerade Freude.

Ehrlich gesagt, ich brech ab :-)

Aber trotz mehrfacher freundlicher Aufforderung das Teil meinem Guide Man Kaji oder unserem Traeger zu geben, ich schlepp den Mist selber hoch. Und beiss so was von auf die Zaehne … Und komm natuerlich auf der letzten Rille oben an. Mein/unser Traeger kommt mit schon sorgenvoll entgegen – ich bleib eisern !

Nach einer kalten Dusche setz ich mich erstmal versonnen an den Ortseingang. Ging mir doch heute wegen der Plackerei gewaltig die Schoenheit des Weges verloren, sitz ich nun in der Sonne, dreh die Mala, schau auf die gruenen Huegel ringsum und bin zufrieden wie selten. Die Gedanken fahren Achterbahn, Himmel ist es hier schoen. Und es tut so gut wieder hier zu sein …

Hach, seufz ….

Weiterlesen