Everest Trek – auf den Spuren von Tenzing Norgay Sherpa und Edmund Hillary

2003 – vorbei an unzähligen Manimauern und berühmten Klöstern im Sagarmatha Nationalpark/Khumbu, hinauf zum Sitz der Götter

Mt. Everest (Sagarmatha auf Nepali und Chomolungma in Tibetisch), Ziel meiner Träume. Jedoch reichte es mir, in „nur“ 5.600 m Höhe davor zu stehen.

Über Kathmandu geht es diesmal per Flugzeug mit einer Gruppe von 12 Mitreisenden in einem atemberaubendem Flug hinauf nach Lukla, ca. 2.500 m hoch am Rande des Sagarmatha – Nationalparks. Noch aufregender als der Flug ist allerdings die Landung, die gegen ein Bergmassiv erfolgt, ohne die Möglichkeit des Durchstartens. Also entweder sitzt der Anflug……

Dort ausgestiegen wird die Trägermannschaft von unserem Führer Ranadhoj ausgesucht und dann geht es los. Kurz hinter Lukla kommt dann der erste Blick auf einen der „großen“, den Tramserku. Die erste Nacht verbringen wir in einer Lodge in Monjo. Am nächsten Tage passieren wir das Tor zum Nationalpark und stehen dann vor der berühmten „Hillarybridge“, einer eine Schlucht überspannenden Hängebrücke. Danach geht es dann ca. 3 Std. nur bergauf nach Namche Bazar. Und zwischendurch der erste Blick auf den Mt. Everest. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht mich. Nach langer Zeit nur noch einige Tagesmärsche vom Ziel entfernt, die erste Gänsehaut (von vielen) macht sich bemerkbar.

In Namche bleiben wir einen Tag zur Akklimatisation, bevor wir Richtung Thame über einen alten Handelsweg aufsteigen. Dort besuchen wir das Kloster Thame um am nächsten Tage über Khumjung nach Sanasa zu wandern. In Khumjung steht übrigens das Hillary Hospital, eines von vielen Dingen, die Edmund Hillary für die Khumbu Region getan hat.

Dann geht es zum weltberühmten Kloster Tengpoche, fast unterhalb der Ama Dablam.
Langsam gerät das Trekking zu einer Abfolge von Erstaunen und Erfurcht.
Im Kloster Tengpoche dürfen wir an einer Puja teilnehmen und werden von einem der Lamas (buddhistischer Priester) gesegnet.
Draussen erwartet uns wieder der Anblick der Ama Dablam, sicher einer der schönsten Berge dieses Planeten.

Von hier aus führt uns der Weg über die kleine Pangpoche Gompa (Gompa = Kloster) Richtung Chukhung, wo wir zwei Tage später auf den Chukhung Ri,5546 m NN, steigen. Hier komme ich das erste Mal an meine Grenze und muss an diesem Tage bei ca. 5200 m NN passen. Ich drehe alleine um, kann dabei aber auf dem Rückweg in Ruhe den Ausblick auf die gewaltige Lhotsewand geniessen.

Nun folgt der Restweg Richtung Everest. Immer im Blick auf Ama Dablam, Lothse und Nuptse geht es zwei Tage lang in Richtung Gorak Shep, von wo aus wir dann auf den Kala Pattar 5545 m NN und ins Everest Basecamp wollen. Hier haben wir auch unsere höchste Schlafhöhe mit 5200 m NN.

Wobei von Schlaf nicht viel die Rede sein kann.

Dafür bin ich jetzt viel zu nervös und auch langsam ein wenig ausgelaugt. Die Höhe, der tägliche Marsch und die Spannung zerren an mir und ich warte quasi nur noch auf den Marsch hinauf zur Spitze des Kala Pattar.
Das ist mein eigentliches Hauptziel. Darauf habe ich gewartet und am Nachmittag nach unserer Ankunft ist es dann soweit.
Wie ich im einzelnen dort hochgekommen bin, vermag ich heute nicht mehr genau zu sagen. Ich weiß nur noch das ich fix und fertig war, körperlich und emotional.
Ich war angekommen und stand in knapp 5600 m Höhe ca. 9 km vor der Westwand des Mt. Everest.
Mein Blick geht auf die Erstbesteigungsroute von Tenzing Norgay Sherpa und Edmund Hillary und schweift im Rund über Lothse, Nupste auf den Khumbugletscher bis ins Basecamp und an den Rand des Khumbu Eisfalls.
Unbeschreiblich schön!

Der Abstieg hat dann auch irgendwie geklappt und am nächsten Tag mußte ich den Weg in Everest Basecamp bei der Hälfte abbrechen. Das war aber keinesfalls mehr schlimm. Denn dort komm ich gewiß auch nochmal hin.

Der Rest ist nicht mehr so spektakulär. Über Pangpoche, Namche und Monjo geht es wieder zurück nach Lukla, von wo aus wir wieder zurück nach Kathmandu fliegen.

Nach dem Trek habe ich noch eine Woche in Kathmandu verbracht. Unserer Führer ist mir über die letzten Jahre ein Freund geworden, mit ihm habe ich dann noch Ecken von Kathmandu gesehen, wo eigentlich so schnell kein Tourist hinkommt. Das kann aber eine andere Geschichte werden.

Dieser Trek fand im Jahr 2003 statt, im Jahr 2004 war Angor Wat dran, und in 2005 ging es wieder nach Nepal ins Langtang Himal. Wieder mit Ranadhoj und vielleicht wird wieder ein Bericht daraus.

Nepal macht süchtig und mich hat es erwischt :-)

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