Weihnachtsgedanken …

… so eine Heiligabendparty bringt doch die seltsamsten Gespräche und Gedanken hervor.

Sicherlich sind an diesem Tage die Gedankengänge anderer Natur als an gewöhnlichen Tagen. Jeder scheint ruhiger, besonnener, ein wenig leiser, herzlicher und nachdenklicher.

Alle oder sagen wir mal viele der alltäglichen Ärgernisse treten in den Hintergrund, werden belächelt und nicht mehr so schwer genommen.

Und plötzlich fragt mich jemand, „wie hälst du es denn mit dem christlichen Gedanken, gerade zu Weihnachten, und auch allgemein, der du dich doch als Freund des Buddhismus bezeichnest“ ?

Oha ! denke ich, schiebe dieses Gespräch vorläufig auf die Seite; da muss ich erstmal nachdenken.

Und als dann Ruhe einkehrt läßt mich diese Frage nicht mehr los.

Was bedeutet Weihnachten und der damit verbundene Glaube mir denn heute und früher als Kind ?

Große Kirchenfreunde waren wir in unserer Familie nie. Aber es gab Traditionen, Kekse wurden gebacken, die Großeltern waren fast jedes Jahr bei uns, Opa brachte immer seine Gitarre mit und Weihnachtslieder mehr oder minder schräg singen gehörte untrennbar dazu. Dort wurde dann eben statt beten gesungen …
Schön war´s !

Vor vielen Jahren kehrte ich der katholischen Kirche aus vielerlei Gründen den Rücken und fand auf Umwegen zum buddhistischen Gedankengut.

Wie auch immer, Weihnachten gehört aber immer dazu !

Nicht nur, das ich jedes Jahr eine Heiligabendparty mit Familie und Freunden feiere, in den letzten zwei bis drei Jahren bete ich auch mal (nicht nur zu Weihnachten) ein „Vater unser“ für zwei, drei ganz bestimmte Menschen. Und bei meinen bescheidenen Meditationsversuchen integriere ich gerne mein gesamtes Umfeld mit ein. Ansonsten, ja die Zwiegespräche mit dem „Junior“ hab ich seitdem tatsächlich wieder aufgenommen. Und ernsthaft, ich war eigentlich nie öfter in einer Kirche seit ich über Buddha´s Lehren nachdenke. Und dann kommt mir der Vergleich plötzlich so einfach vor … zwischen den „vier edelen Wahrheiten“ und dem christlichen Gedankengut und seiner Geschichte.

Die vier edelen Wahrheiten

1. Das Leben ist letztlich leidvoll, dies ist zu durchschauen

2. Das Leid entsteht durch Gier, Hass und Verblendung, sie sind zu überwinden

3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden

4. Zum erlöschen des Leidens führt ein Weg, der achtfache Pfad

Wenn ich nun meinen bescheidenen christlichen Horizont bemühe, dann finde ich die Parallelen aber gerade zu klar hervorgehoben.

Jesus litt für die Menschen auf dem Kreuzweg und am Kreuz, hervorgerufen durch
eben Gier, Hass und Verblendung. Um dies nicht zu wiederholen wurden u.a. die zehn Gebote geschaffen, die den Weg grob umrissen darstellen.

Wenn wir die Feinheiten mal ausser acht lassen, auch weil es mit meiner Bewandertheit auf diesem Gebiet noch nicht so weit her ist, dann kann ich sagen, ich hab vor beiden/allen Religionen Respekt. Letztlich unterscheidet sich der Ursprungsgedanke nicht. Und egal welchen Weg ein jeder geht, im Grunde wollen wir alle nur eines –

Glück und Zufriedenheit.

Glaube ich …

Und ich werde demnächst auch sicher mal wieder eine Kirche aufsuchen, nur mal so …

Und auch weiter Weihnachten feiern …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*